Jesus sagt: Ich bin die Tür
Erinnerst du dich noch an die Jesus-Detektive? Da ist die ältere Schwester Esther und der jüngere Bruder Simon. Der Vater Micha ist ein Spezialist für den Propheten Jesaja. Dann gibt es noch die Mutter und die Oma, die mit der Familie zusammenlebt. Die Familie lebt in der Nähe des Flusses Jordan, und sie sind Bauern.
Die Jesus-Detektive haben immer wieder Sätze oder halbe Geschichten von Jesus irgendwo gehört. Dann sind sie neugierig geworden und haben versucht, die ganze Geschichte herauszubekommen. Die Geschwister haben da unterschiedliche Mittel, um sich weiter zu informieren. Esther geht dann gerne an den Brunnen, um Wasser zu holen, oder hilft der Mutter und der Oma beim Wäschewaschen am Fluss. Simon geht, wenn er neue Informationen braucht, gerne zum Töpfer. Da kann er wunderbar mit den Tonresten spielen und kleine Gegenstände formen, und dabei die Ohren spitzen und hören, was die Menschen so alles erzählen.
Heute war Simon beim Töpfer und kommt mit Neuigkeiten zurück. Im Schatten der Hausmauer wartet er auf seine große Schwester, um ihr zu erzählen, was er gehört hat. Das dauert heute mal wieder lange, aber dann kommt sie doch noch um die Ecke gebogen mit dem großen, schweren Wasserkrug.
"Esther, ich habe was Neues über Jesus gehört, komm, das will ich dir erzählen", begrüßt er sie schon von weitem. "Warte, Simon, ich bringe nur schnell den Krug mit dem Wasser ins Haus, die Mutter wartet schon", erwidert Esther.
Und im Nu ist sie wieder da und setzt sich neben Simon in den Schatten. "Nun erzählt schon!", ermuntert sie ihn.
„Also“ beginnt Simon umständlich. "Also, ich habe gehört: Jesus sagt, er sei die Tür."
"Was?" Esther ist ein einziges Fragezeichen. "Jesus ist eine Tür? Jesus ist ein Mensch!" Simon schaut sie an: "Ich fand es auch seltsam, doch ein Mann, einer mit einem Reisebündel, hat er zählt, Jesus hätte gesagt, er sei die Tür."
Genau jetzt ruft die Mutter zum Abendessen. "Los", sagt Esther: "Jetzt essen wir erstmal, dann denken wir darüber nach und schlafen uns aus und morgen machen wir uns schlau."
Genauso machen sie es. Sie sind schon beim Abendessen in ihren Gedanken versunken und reden wenig. Die Eltern und die Oma sind nicht böse darüber, sie hatten einen arbeitsreichen Tag und genossen die Ruhe. Flugs wird dann der Wohnraum in einen Schlafraum verwandelt. Es werden die Schlafmatten ausgerollt und man legt sich auf sie und deckt sich mit einer Decke zu. Simon und Esther denken noch lange über Jesus und die Tür nach.
Am nächsten Morgen müssen die beiden erst mal zuhause helfen. Simon muss mit aufs Feld und bei den Frauen, der Mama, der Oma und Esther ist Wäschewaschen am Fluss auf dem Plan.
Esther geht bereitwillig mit. Wäschewaschen bringt oft auch Neuigkeiten. Simon ist eher schlechtgelaunt. Er wäre lieber zum Töpfer gegangen.
Esther hört sich beim Wäschewaschen um. Ja, es gibt wirklich auch hier Frauen, die erzählen Jesus hätte über sich gesagt: 'Ich bin die Tür.' Aber mehr ist auch nicht zu hören. Später, als die Frauen wieder zuhause ist, dauert es nicht lange und Simon kommt auch. Sie suchen sich ein schattiges Plätzchen und Esther erzählt, was sie gehört hat, aber das ist ja nichts neues. Also so kommen sie im Moment nicht weiter.
Da hat Esther eine Idee: "Lass uns doch mal nachdenken, wofür man eine Tür braucht, was die so macht? Vielleicht kommen wir damit weiter?"
Also sitze sie da und denken. Es dauert eine Weile, dann sagt Simon: "Eine Tür ist wichtig, wenn man was einsperren will, etwa beschützen will."
"Klar," sagt Esther: "Der Hirte macht hinter den Schafen im Schafstall oder dem Pferch die Türe zu. So sind die Tiere über Nacht sicher vor wilden Tieren, die Hunger auf Schafe haben. Oder vor Dieben und Räubern." Simon nickt, genau das hat es so in etwa gedacht. Manchmal ist er beim Hirten draußen bei den Schafen und da hat er schon erlebt, wie wichtig eine geschlossene Tür ist. Der Hirte schaut lieber zwei, oder gar dreimal nach, ob die Türe wirklich zu ist. Das hat Simon schon erlebt. "Doch, welche Tür will Jesus zu machen?", fragt Esther sich, laut denkend.
"Na, ja, es gibt ja auch für Menschen Situationen, wo es gefährlich ist, wenn Jesus dann eine Tür zumacht, ist das doch gut", sagt Simon.
"Ja!", Esther nickt gedankenverloren. "Doch," Esther atmet tief durch: "Ist es nicht so, dass Jesus eigentlich viel öfters Türen aufmachen will?"
Simon schaut sie fragend an. "Türen aufmachen?" Esther nickt eifrig. "Ja, wie ist es denn, wenn der Hirte morgens die Türe auf macht und seine Schafe ruft und sie zu einer guten Weide und zum frischen Wasser führt?"
Jetzt versteht Simon. "Na, da freuen sich die Schafe alle und sind wild unterwegs." "Doch, wie macht Jesus das denn?"
Esther überlegt. "Erinnerst du dich noch daran, wie Jesus den einen gesund gemacht hat, damals am Teich Betesda? Das war doch für den Geheilten bestimmt so, wie wenn man eine lange abgeschlossene Tür für ihn aufgemacht hat und gesagt hat: 'Herzlich willkommen, hier beginnt für dich ein neues Leben!'"
Simon nickt eifrig. Das kann er gut verstehen. Dann denkt er nach: "Und bei den Fischern am See Genezareth war es genauso, als sie Menschenfischer wurden und mit Jesus mitgegangen sind. Eine ganz neue Tür!"
Esther hat noch eine Idee: "Wenn Jesus vom Reich Gottes erzählt, dann erzählt er von einer Tür, die wir noch nicht so richtig sehen, die aber schon da ist, die Jesus für uns etwas öffnet."
Simon ist total begeistert. "Es stimmt, Jesus ist die Tür! Das müssen wir beim Abendessen erzählen. Ich geh noch mal schnell für eine kurze Zeit zum Töpfer, vielleicht weiß ich dann noch mehr." Und schon ist Simon weg.
Esther macht sich auf den Weg zum Brunnen, zum Abendessen soll es frisches, kühles Wasser geben.
Kurz bevor die Mutter zum Essen ruft, taucht Simon wieder auf, doch er hat nichts weiter gehört.
Und schon sitzen sie beim Abendessen und Simon überfällt alle damit: "Stellt euch vor, Jesus sagt: Ich bin die Tür." Die Erwachsenen schauen verdutzt. Jesus eine Tür?
Doch dann erklären es Simon und Esther. Jesus eine Tür, die einen in Sicherheit bringt und Jesus eine Tür, die ganz neues Leben ermöglicht. Jesus schütz in Angst und Ärger. Jesus ermöglicht neues Leben durch das Reich Gottes, durch Heilung, in dem er sich Freunde sucht, die mit ihm zusammen für Gott arbeiten und den Menschen von ihm und Gott erzählen.
Der Vater Micha hat genau zugehört und dann lobt er seine beiden Kinder: "Das habt ihr wirklich gut überlegt. Ja, Jesus ist eine Tür."
Simon ist stolz und Ester natürlich auch. Mit ihren Gedanken über die Tür schlafen sie an diesem Abend ruhig ein.
Nächste Woche erzähle ich euch vom Weg. Es geht wieder um Jesus.
Joh 10,9a
29.3. 2025