Elia ist im Nachbarland bei einer Witwe gut untergebracht. Es ist immer genug zu Essen da. Doch der Sohn wird schwer krank.

Da saß er nun, der Elia am Bach Kerit, der kein Wasser mehr hatte. Gut, die Raben kamen mit Brot und Fleisch, doch ohne Wasser hält es kein Mensch lange aus. Es musste etwas geschehen.

Elia wartete auf Gott. Er hatte sich doch bislang so gut um Elia gekümmert, da wird er ihn doch nicht am ausgetrockneten Bach verdursten lassen.

Elia musste nicht sehr lange warten, da kam die Nachricht von Gott zu ihm: "Elia gehe nach Sarepta. Dort bleibst du. Ich habe einer Witwe den Auftrag gegeben, dich zu versorgen." Elia machte sich auf den Weg. Er musste nach Norden laufen, in das Nachbarland Phönizien. Nun, es war schon etwas weg. Doch Elia machte sich wohlgemut auf. Gott wird ihm weiterhelfen. Elia machte es wie immer - möglichst unsichtbar sein. Er betrachtete das Land, eigentlich müssten jetzt die Samen aufgehen und das Wachstum einsetzen. Doch die Erde war staubtrocken, grau und rissig. Da konnte nichts wachsen. Ja, Gott machte es ernst mit der Dürre. Sie war da und es sah sehr schlecht aus. Die Bauern würden wohl nichts auf ihren Feldern wachsen sehen, geschweige denn ernten können.

Elia tat das alles leid. Doch er war der Prophet. Er musste Gottes Wort ausrichten und aushalten.

So kam er nach Sarepta. Am Stadttor angekommen, sah er eine Witwe - er erkannte das an der Kleidung. Sie las Holz auf. Er sprach sie an und bat sie: "Bring mir doch bitte einen kleinen Krug mit Wasser. Ich muss etwas trinken, ich hatte schon lange nichts mehr." Und als die Witwe sich umdrehte und losging, um Wasser zu holen - die tiefen Brunnen hatten immer noch etwas -, da rief Elia ihr hinterher: "Und bring mir doch bitte noch ein Stück Brot mit."

Da drehte sich die Witwe noch einmal um und ging ein paar Schritte auf Elia zu: "Gott sei mein Zeuge, ich habe überhaupt keine Vorräte mehr. Nur noch eine Handvoll Mehl im Krug und etwas Öl in der Kanne. Mit den Hölzern, die ich gerade gesammelt habe, wollte ich heim gehen und aus meinen Resten etwas backen. Mein Sohn und ich wollten diesen Rest dann essen und danach sterben."

Elia sah die Witwe mitfühlend an: "Frau, fürchte dich nicht! Geh nur und tu, was du dir vorgenommen hast. Doch zuerst backe ein kleines Brot für mich und bringe es mir an das Stadttor. Danach kannst du in aller Ruhe etwas für dich und deinen Sohn backen, denn so spricht der Gott Israels: 'Der Mehlkrug wird nicht leer werden und die Ölkanne nicht versiegen.' So wird es bleiben bis zu dem Tag, an dem Gott wieder Regen schenkt und der Boden der Felder wieder nass und fruchtbar ist."

Die Witwe ging los und tat genau das, was Elia gesagt hatte. Sie brachte Wasser und ein kleines Brot an das Stadttor. Als sich Elia gestärkt hatte, ging er mit der Witwe mit.

Und tatsächlich hatten die drei, die Witwe, deren Sohn und Elia jeden Tag genug für sich zu essen. Der Mehlkrug wurde nicht leer und die Ölkanne versiegte nicht, so wie es Gott versprochen hat.

Die Witwe nahm Elia in ihrem Haus auf.

Nach einiger Zeit wurde der Sohn der Witwe krank. Schlimm krank. Er rang um Luft.

Da redete die Witwe ärgerlich mit Elia: "Du Gottesmann, ich nehme dich hier auf und versorge dich und nun wird mein Sohn krank und stirbt. Was soll das?"

Elia verstand das alles nicht. Hat Gott ihn nicht zur Witwe geschickt, damit er die Dürre überlebt? Wie kann er dann sowas zulassen? Die Witwe hilft doch dem Elia, muss dann nicht auch der Witwe geholfen werden?

Elia nahm den sterbenden Sohn mit in sein Zimmer. Dort legte er ihn auf sein Bett und betete zu Gott: "Mein Gott, wie so meinst du es böse mit der Witwe? Ich bin doch ihr Gast. Willst du wirklich ihren Sohn sterben lassen? Herr gibt ihm doch das Leben zurück. Lebendigkeit soll wieder in das Kind kommen!"

Elia mühte sich um das Kind und hörte nicht auf, Gott zu bitten.

Gott erhörte das Gebet von Elia und der Sohn wurde wieder lebendig. So trug ihn Elia zu seiner Mutter, der Witwe. "Sieh' doch Frau, dein Sohn lebt!", sagte er und übergab ihr ihren noch schwachen Sohn.

Die Witwe freute sich sehr. Sie war so froh und glücklich. Und sie war sich nun ganz sicher: Elia ist ein Gottesmann. Was Elia sagt, kommt von Gott.

Doch noch drei Fragen zum Schluss:

Was macht die Dürre? Es hat sich nichts geändert. Es fällt kein Regen, die Dürre wird von Tag zu Tag schlimmer.

Was macht König Ahab und seine Frau Isebel? Auch am Königshof hat sich nichts geändert, oder doch vielleicht schon. Die Götter Baal und Aschera werden verehrt, es werden für sie Gottesdienste und Feste gefeiert. Ihre Priester haben viel mehr Arbeit als vor der Dürre. Und der König ist in Sorge um seine Pferde. Denn es gibt weder Gras noch Wasser für sie. Sie werden immer magerer.

Und was sagen die Bauern? Die Bauern sind verzweifelt. Kein Wasser, kein Wachstum. Alles trocken und staubig. Kein Leben auf den Feldern und Weiden. Viele beten zu Baal und Aschera.

Einzig die wandernden Nomaden beten zu dem Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat und die Israeliten aus Ägypten geführt hat und schon immer begleitet hat. Sie kennen die tiefen Brunnen im Land. Ihre Herden haben auch nur dürre Nahrung auf den Weiden, doch wenigstens Wasser.

Wie lange das noch so weitergeht? Ob sich etwas ändert? Und, wie geschieht das? Auf diese Fragen bekommst du nächste Woche eine Antwort.

1 Kön 17,8-24

1.3. 2025

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Ein Wettkampf am Berg Karmel. Welcher Gott siegt? Und ist die Dürre dann vorbei?

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Die Dürre ist da. Elia versteckt sich an einem Fluss. Gott versorgt ihn.