Die Dürre ist da. Elia versteckt sich an einem Fluss. Gott versorgt ihn.

In Israel ist es Sommer. Alles ganz normal, da regnet es nicht. Ahab und Isebel vergessen manchmal, was Elia von Gott ausgerichtet hat. Alles ganz normal. Es ist im Sommer immer trocken in Israel. Dann kommt der Herbst. Alles trocken, auch das kommt schon mal vor. Dann kommt der Winter. Da regnet es immer. Nicht immer viel, aber immer etwas. Der Winter kommt und alles bleibt trocken. Die Bauern schauen sorgenvoll in die Zukunft. Kann es sein, dass Gott ernst macht mit der Dürre?

Manche Bauern fangen an, Altäre für die Götter von Isebel zu bauen, für den Gott Baal und die Göttin Aschera. Das kann ja nicht schaden. Baal ist der Gott für den Regen und Aschera die Göttin für die Fruchtbarkeit. Einen fruchtbaren Boden braucht es für eine gute Ernte.

Und alle überlegen: Wer ist schuld an der Dürre. Die Antwort ist zumindest für Isebel ganz einfach: Elia! Isebel würde den Elia am liebsten gefangen nehmen und ihm verbieten, solche Sachen zu erzählen. Mancher Bauer schließt sich dem Unmut von Isebel an und denkt sich: wenn ich den Elia zu fassen kriege, dann, ja dann......

Gott kriegt natürlich mit, welche Stimmung im Land Israel herrscht. Er ist in Sorge um seinen Propheten Elia. Wenn der den falschen Menschen in die Hände gerät, was dann? Also entwirft Gott einen Plan. Elia muss sich vor den Menschen verstecken.

So gibt er ihm einen Auftrag. "Elia, geh weg von hier! Hier wird es gefährlich für dich. Wandere nach Osten, solange bist du auf den Fluss Kerit triffst. Sei vorsichtig auf dem Weg. Viele Menschen wollen dir nichts Gutes. Halte dich dann dort am Fluss versteckt. Ich werde für dich sorgen."

Elia macht sich auf den Weg. Das kann er ja gut, wie unsichtbar zu sein. Er geht viel in den Nachtstunden, außerdem sind die Bauern ja nicht auf ihren Feldern und die Orte meidet er ja sonst auch oft. Er ist ja derjenige, der immer wie aus dem Nichts auftaucht.

Er geht und geht. Dabei sieht er, dass das Land dringend Wasser braucht. Im Winter wächst ja nichts Neues, doch das Alte schaut mitgenommen aus. Alles hängt traurig in der Gegend herum.

Dann erreicht Elia den Fluss Kerit. Der ist tief eingegraben in der Landschaft. Mühsam klettert Elia hinunter zum Fluss.Das hat sich gelohnt. Der Bach hat Wasser! Wie wunderbar! Elia stillt seinen Durst ausführlich. So viel frisches, klares Wasser hatte er lange nicht gesehen und genossen schon gleich gar nicht.

Elia richtet es sich am Flussufer ein. Viel Platz hat es da nicht. Alles ist eng, denn das Tal, durch das der Fluss fließt, ist eng. Doch Elia kommt zurecht.

Neugierig ist Elia, wie es mit ihm weiter geht. Hier war er wunderbar versteckt, doch außer Wasser gab es weit und breit nichts. Keine Kräuter, die er hätte essen können. Schon gleich gar nicht Getreidekörner, die er irgendwie mahlen hätte können, um daraus auf einem kleinen Feuer ein Brot zu backen. Was es gab, waren dürre, trockene Gräser, auch Zweige. So konnte er sich in den kalten Nächten manchmal ein kleines Feuer machen, nicht zu groß, dass der Rauch ihn nicht verriet.

So verbrachte Elia die erste Nacht mit einem hungrigen Magen und unruhigem Schlaf. Doch als er aufwachte, lag bei seinem Lager ein frisches Brot. Elia glaubt seinen Augen kaum. Brot für ihn, hier? Mit großem Hunger macht es sich an sein Frühstück. Frisches Wasser dazu. Es war wunderbar. Dann verbrachte Elia den Tag mit der Erkundung der Umgebung. Steile Hänge, trockenes Gras, kein Mensch weit und breit, auch keine Spuren von Menschen. Der Ort war als Versteck gut ausgesucht von Gott. Elia kam gegen Ende des Tages mit einem Bündel trockener Äste zurück zu seinem Lager. Und siehe da, da lag wieder ein Brot und dieses Mal sogar Fleisch dabei. Elia freute sich. Er spürte: Gott sorgt für mich, hier am Bach Kerit! Hier konnte er es gut aushalten, wenn Gott für ihn sorgt.

Und so war es dann auch. Gott sorgte täglich für ihn. Es gab Brot und Fleisch. So viel hatte ein einfacher Bauer auch zu guten Zeiten, nicht zu essen, in Israel.

Elia ließ es sich gut gehen. Er ging immer ein Stück spazieren, um dürres Holz für sein Feuer zu sammeln. Er setzte sich an den Bach und schaute dem Wasser beim Fließen zu. Und er sang Psalmen.

Sein liebster hier am Bach war:

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führte mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch, im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Der Psalm passt so wunderbar zu seiner Situation. Grüne Aue und frisches Wasser, ja, das hatte er. Ein voller Tisch, auch wenn die Leute ihn in Israel gerade wohl suchten und ihn für schuldig für die Dürre hielten. Ja, sie waren gerade seine Feinde. Doch Gott versorgte ihn vorzüglich an seinem Bach.

Lange blieb Elia dort am Bach. Zwischenzeitlich wusste er auch, wie Brot und Fleisch immer zu ihm kamen. Als er es zum ersten Mal erlebte, erschrak er. Ein großer schwarzer Vogel kam in sein enges Tal geflogen und hatte ein Brot im Schnabel. Ein Rabe! Raben sind Vögel, die in Israel nicht so beliebt waren, sie hatten etwas Unheimliches an sich. Doch Elia freundete sich mit den Raben an. Sie brachten ihm das, was er zum Leben brauchte.

Elia dachte immer wieder darüber nach, ob nicht der König Ahab endlich verstehen würde, dass Gott der Einzige ist, der die Dürre abwenden kann. Kein Baal und keine Aschera können helfen. Merkt das Volk denn nicht, dass sie sich an Gott wenden müssen. So hing Elia immer wieder seinen Gedanken nach.

Doch dann forderte etwas anderes seine ganze Aufmerksamkeit. Er bemerkte, dass das Wasser im Bach immer weniger wurde. Es floss nur noch langsam, die Wasserspur wurde immer schmäler. Elia baute einen kleinen Staudamm, um einen kleinen Wasservorrat zu haben. Doch der Vorrat wurde immer weniger, es kam nicht mehr genug Wasser nach. Die Dürre hatte nun auch Elia, in seinem Versteck, erreicht.

Wie geht es jetzt wohl für Elia weiter? Hat Gott eine andere Idee, wo sich Elia weiter vor Isebel und den aufgeregten Israeliten verbergen kann? Nächste Woche erzähle ich davon.

1 Kön 17,1-7

22.2. 2025

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Elia ist im Nachbarland bei einer Witwe gut untergebracht. Es ist immer genug zu Essen da. Doch der Sohn wird schwer krank.

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Ahab und Isebel und die fremden Götter. Elia und Gott.