Nele ist sehr nachdenklich. Schläge, Gefängnis, Loblieder für Gott. Passt das zusammen?

Musik tut gut, das ist gerade das Thema in Neles Religionsunterricht.

Und heute kommt Nele nachdenklich aus dem Religionsunterricht nach Hause. Da hatte sie eine Geschichte gehört, die sie ganz und gar nicht verstand. Es ging um Paulus und Silas. Die hatten versucht, den Menschen in Philippi von Jesus, dem Auferstandenen zu erzählen. Doch irgendwie klappte das alles nicht so recht und die beiden wurden ins Gefängnis geworfen - und wie unverständlich, davor noch mit Stöcken geschlagen. Richtig schlimm. Nele schüttelte auf ihrem Heimweg den Kopf. Schläge, Gefängnis, nur weil sie von Jesus erzählt haben. Und dann, Nele traute ihren Ohren nicht, als die Religionslehrerin weitererzählt hatte. Und dann saßen dieser Paulus und Silas im Gefängnis und beteten und sangen Loblieder für Gott. Nele hatte erwartet, dass sie weinend im Gefängnis saßen und ihre Wunden zählten. Aber Loblieder? Die Religionslehrerin hat ihnen dann auch noch schnell ein Loblied gelernt. Doch das zu singen hatte Nele jetzt keine Lust. Sie war zu Hause angekommen und läutete Sturm. Die Geschichte musste sie unbedingt der Mama erzählen. Die Mama machte auf und sah der Nele sofort an, dass sie heute nicht gutgelaunt aus der Schule kam. "Ja, Nele, was ist denn los?", fragte sie sofort.

Nele erzählte kurz und knapp die Geschichte aus dem Religionsunterricht. Nur, weil Paulus und Silas von Jesus erzählt haben, wurden sie geschlagen und gefangengenommen. Die Mama sieht, dass Nele wirklich erschüttert ist. "War das die ganze Geschichte?", fragte sie vorsichtig nach. "Hat die Religionslehrerin nicht mehr erzählt?"

Nele setzte sich auf den Küchenstuhl. Noch nicht mal richtig Hunger hatte sie heute.

Dann schüttelte sie den Kopf. "Nein, die Geschichte ging noch weiter. Der Gefängniswärter musste sie ganz fest verschließen. Er nahm die hinterste Zelle und fesselte sie ordentlich. Und stell dir vor, was die beiden da mitten in der Nacht im Gefängnis gemacht haben, gefesselt und in der hintersten Zelle. Gebetet und gesungen!" Die Mama nickte: "Beten hilft einem ja, wenn es einem schlecht geht. Und Klagelieder auch."

Nele schaute die Mama an: "Keine Klagelieder. Es waren Loblieder für Gott! Kannst du dir das vorstellen?" Jetzt schüttelte Mama den Kopf: "Sowas ist schwer vorzustellen, wenn es einem schlecht geht, kann man selten Gott auch noch loben."

"Aber erzähl weiter, haben die Loblieder was bewirkt?", fragte Mama weiter.

"Ja, die anderen Gefangenen haben die Loblieder auch gehört und plötzlich gab es ein Erdbeben unter dem Gefängnis. Und stell dir vor, es sind nicht die Mauern eingefallen, sondern die Türen und die Fesseln der Gefangenen aufgegangen. Es war so schlimm, dass der Gefängniswärter aufgewacht ist und zu seinem Schwert gegriffen hat. Er wollte sich töten, da er dachte, die Gefangenen sind alle verschwunden und er muss dafür haften. Doch da rief der Paulus laut: 'Wir sind alle noch hier. Tut dir nichts'. Der Gefängniswärter rief nach Dienern und Licht. Dann ging er in die Zelle von Paulus und Silas und warf sich vor sie auf den Boden. Der Gefängniswärter zitterte: 'Männer, was muss ich tun, damit ich gerettet werde?', fragte er sie. Paulus war kurz und knapp: 'Glaube an Jesus, dann bist du gerettet, und alle, die mit dir zusammenleben!' Der Gefängniswärter ließ sich und alle aus seinem Haus noch in der Nacht taufen. Paulus und Silas wurden in das Haus eingeladen und es gab ein großes Festessen - mitten in der Nacht und ihre Wunden wurden ordentlich versorgt und verbunden.

Eigentlich hätten Paulus und Silas am nächsten Morgen fortgehen können. Doch das wollten sie nicht. Sie hatten noch eine Beschwerde an die Stadtobersten. So wie sie behandelt wurden, gestern, durften sie gar nicht behandelt werden. Sie hatten die römischen Bürgerrechte. Paulus bestand darauf, dass man sich bei ihnen öffentlich entschuldigte."

Nele hatte fertig erzählt. Die Mama sagte: "Da ist ja alles nochmal gut gegangen, Nele."

Nele nickte: "Die Religionslehrerin hat gesagt, wir sollten uns das mit dem Loblied für Gott merken. Es wäre ein guter Versuch, wenn es einem schlecht geht, nicht im Jammern und Klagen zu versinken, sondern das ganz andere zu tun. Das hat sie gesagt!"

Die Mama grinste, sie kannte ja die Religionslehrerin schon aus den Erzählungen von Nele. "Hat sie denn euch auch ein Lied gelernt, damit ihr das ordentlich ausprobieren könnt?"

„Klar“, sagte Nele. "Willst du es hören?"

Die Mama nickte. Und Nele sang:

"Singt Gott, unserm Herrn, singt ihm neue Lieder.

Singt Gott, unserm Herrn, singt ihm neue Lieder.

Singt Gott, unserm Herrn, singt ihm neue Lieder.

Singt Gott, unserm Herrn, singt Gott unserm Herrn.

 

Jauchzt ihm alle Welt, singt, rühmet und lobt ihn.

Jauchzt ihm alle Welt, sing, rühmet und lobt ihn.

Jauchzt ihm alle Welt, singt, rühmet und lobt ihn,

Jauchzt ihm alle Welt, jauchzt ihm alle Welt.

 

Die Erde soll jubeln, die Ströme, die Berge.

Die Erde soll jubeln, die Ströme, die Berge.

Die Erde soll jubeln, die Ströme die Berge.

Die Erde soll jubeln unserem Gott."

Die Mama hatte aufmerksam zugehört. "Nele, das Lied müssen wir lernen, für den Notfall, dass wir ein ordentliches Loblied können, wenn es uns mal schlecht geht. Was meinst du?"

"Ja", sagte Nele und dann: "Was gibt es heute eigentlich zu essen? Ich habe jetzt ordentlich Hunger!"

Die Mama war zufrieden, wenn die Nele mittags Hunger hatte, dann war die Welt wieder in Ordnung. Sie drehte sich zum Herd um und füllte die bereitstehenden Telle

Nächste Woche beginnt die Geschichte von Onesimus. Der kannte den Paulus auch.

 Lied: Text: Renate Schiller, Melodie: brasilianische Volksweise1.

Apg 16,23-40

20.7.2024

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Onesimus ist der Sklave von Philemon. Er erzählt von seinem Leben und seinen Fragen zur Freiheit.

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Nele versteht, dass David mit seiner Musik auf der Harfe, Sauls finstere Gedanken vertreiben kann.