Nele denkt über Gott nach

Von Nele habe ich dir ja schön öfters erzählt. Sie hat Papa und Mama, ihren kleinen Bruder Paul und die Oma. Und da ist noch die Religionslehrerin und der Religionsunterricht und ihre Freundin Inge.

Heute kommt Nele strahlend aus der Schule zurück. Die Mama ist schon zu Hause und freut sich an der gutgelaunten Nele.

"Na, was habt ihr heute Tolles gemacht, Nele, dass du so strahlst?", fragt die Mama.

"Ach Mama, wir haben heute mit den Händen nachgedacht, wie Gott so ist?", sagt Nele. "Mit den Händen nachgedacht? Geht das überhaupt?", fragt Mama.

"Doch, doch, das geht!", sagt Nele.

"Komm, setzt dich in die Küche, da habe ich noch zu tun. Heute Abend gibt es selbstgemachte Pizza. Und wir essen ein Käsebrot als Brotzeit. Und während ich den Käse für die Pizza reibe und die Paprika kleinschneide, kannst du mir schon mal erzählen, wie das heute so war.", sagt Mama.

Nele setzt sich an den Esstisch und denkt nach, wie sie am besten mit dem Erzählen anfangen kann und was sie zuerst erzählt, und dann beginnt sie:

"Als wir nach der Pause in das Klassenzimmer kamen, da hatte die Religionslehrerin schon ganz viele Sachen in Kisten und Körben in unser Zimmer gebracht. Wir begannen wie immer mit 'Kerze anzünden' und Lied. Dann sollten wir uns auf unseren Platz setzen, ganz bequem und die Augen zu machen und für 1 Minute still sein. In dieser Zeit sollten wir nachdenken, wie wir denken, dass Gott ist."

"Dachte ich es mir doch, dass ihr nachgedacht habt, von Wegen denken mit den Händen?", unterbrach sie die Mama. "Mama, eine Minute von einer Doppelstunde Religion, das ist doch so gut wie nichts. Und lass mich doch mal erzählen!"

Nele holt nochmals tief Luft und dann geht es weiter: "Als die Minute um war, sagte die Religionslehrerin: 'So, und jetzt dürft ihr das, was ihr angefangen habt zu denken, gestalten. Ich habe ganz viel dabei. Papier zum Ausschneiden und Kleben. Wachsmalkreide, Zuckerkreide und Wasserfarbe, dazu weißes oder schwarzes Papier zum Bemalen. Aber auch Fimo zum Kneten. Und dann noch Holz und Draht und Wolle und Stoff, Steine und Muggelsteine und noch viel mehr. Geht jetzt durch den Raum und schaut in die Körbe und Kisten und überlegt, was ihr gerne macht und was ihr für euere Gedanken über Gott braucht. Und: leise bitte!' Na, ja, so richtig leise war es nicht, doch wir haben uns viel Mühe gegeben. Und als ich so von Korb zu Kiste und zur nächsten Kiste gegangen bin, da hatte ich noch viel mehr Einfälle, wie Gott eigentlich sein könnte. Dann musste ich mich entscheiden, was ich mache. Ich habe mich für ein Lege-Bild entschieden. Ich habe mir oranges Papier genommen und etwas Fimo, bunte Wollschnüre, ein wenig Holzstöckchen und Muggelsteine und dann habe ich eine Figur geformt und sie in die Mitte gestellt und die Muggelsteine außen herumgelegt, von da gingen dann die bunten Wollschnüre, ich musste sie mir noch zurechtschneiden, wie Sonnenstrahlen weg und um das alles habe ich die Stöckchen als Kreis gelegt. Da verging die Zeit ganz schön schnell. Schon hat die Religionslehrerin die Klangschale angeschlagen und wir sollten mit unseren Kunstwerken in die Mitte kommen. Das war mit meinem Lege-Bild ganz schön schwierig, da es ja wackelig war. Ich habe es einfach über den Boden gezogen. Und dann haben wir angeschaut, was alle gemacht haben. Jeder konnte erzählen, was er sich gedacht hat und warum sein Kunstwerk nun so ausschaut, wie es ist. Ein Junge hat eine tolle Maschine gebaut: Gebetszettel rein in die Maschine, Wunscherfüllung kam dann raus. Gott erfüllt Wünsche! Ein Mädchen hat einen alten Mann mit weißem Bart mitten in den Wolken gemalt. Gott sitzt in den Wolken und ist ein alter, weißer Mann. Ein anderes hat mir Zuckerkreide ein gelbes Dreieck auf ein schwarzes Papier gemalt und in das Dreieck ein Auge. Sie hat erzählt, sowas hat sie schon mal an der Decke in einer Kirche gesehen und das fand sie gut. So ein Gottesauge, das alles im Blick hat. Andere haben eine Kerze gemalt oder geknetet. Gott ist das Licht in der Dunkelheit. Ein Mädchen hat ein großes Blatt mit Wörtern vollgeschrieben. Gott ist wie ein Hirte, ein Vater und noch vieles mehr."

Nele war ganz außer Puste. "Ich glaube, ich weiß gar nicht mehr alles. Es war so verschieden. Die Religionslehrerin hat uns alle gelobt und Fotos von uns und unseren Kunstwerken gemacht, die will sie nächste Woche ausgedruckt mitbringen, sodass wir eine Erinnerung in unserem Heft haben."

Jetzt hatte Nele genug erzählt und teilte der Mama mit: "Jetzt habe ich aber Hunger!"

Die Mama lächelte und holte Brot, Butter, Käse und Tomaten und sie machten miteinander Brotzeit. Die Pizza war auch fertig und wurde dann später im Ofen gebacken, wenn Paul und Papa kamen.

Mama machte sich eine Tasse Kaffee und für Nele gab es Kakao. Dann setzte sie sich ins Wohnzimmer, für eine kleine Pause.

Mama hatte dann aber doch noch eine Frage an Nele: "Nele, erklärst du mir, was du bei deinem Kunstwerk erzählt hast, als du es vorstellen solltest?"

Bereitwillig begann Nele: "Der Kreis aus den Ästen bedeutet, in dem Kreis gehören alle zu Gott. Mein Gott-Figur war lila und eine Frau, die da in der Mitte stand. Die Muggelsteine zeigten auf, dass es ein besonderer Raum ist, in dem Gott zu Hause ist. Und die vielen bunten Fäden nach außen zeigten, dass alle in Verbindung mit Gott treten können. Du, ich, alle."

Mama nickte: "Ich bin gespannt auf das Bild, das du nächste Woche in dein Religionsheft kleben kannst. Das will ich dann gerne anschauen."

"Klar", nickte Nele, "und jetzt mache ich mal meine Hausaufgaben. Gerne würde ich mich danach noch mit Inge zum Spielen treffen. Kann ich dann mit ihr telefonieren?"

Die Mama nickte: "Ein guter Plan!"

Nächste Woche sind wir Mäuschen im Religionsunterricht bei Nele; es geht um eine Burg, um Waffen und ein altes Lied und ein noch viel älteres Lied, das in der Bibel steht. Lass dich überraschen.

31.8.2024

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