Die Jesus-Detektive: wie es kam, dass alle satt wurden.
Vor einigen Tagen hatte ja die Familie der Jesus-Detektive ihr Dank-Fest gefeiert. Und jetzt hört Esther am Brunnen, dass eine Frau erzählt, wie dankbar sie Jesus sei. Sie wäre mit vielen, vielen Menschen in den Hügeln gewesen und hätte Jesus zugehört. Drei Tage wäre sie schon dort gewesen. All ihr Proviant war aufgebraucht. Sie war hungrig und schwach. Doch Jesus hat ihr geholfen. Sie wurde satt. Und jetzt war sie Jesus einfach dankbar. Esther hatte das alles aufmerksam mitgehört. Die Frau ist Jesus dankbar. Er hat ihren Hunger gestillt. Ob Simon auch schon sowas gehört hat, bei seinem Streifzug beim Töpfer. Beim Töpfer hörte Simon immer die Neuigkeiten, die sich die Menschen so erzählten. Esther freute sich schon auf später, wenn sie Simon treffen würde.
Und als sich die beiden Geschwister kurz vor dem Abendessen zu Hause trafen, sprach Esther gleich Simon an: "Du Simon, hast du auch was von der Geschichte gehört, wo Jesus viele Leute in den Bergen satt gemacht hat?" Simon schüttelte den Kopf. Esther erzählte ausführlicher: "Eine Frau am Brunnen hat erzählt, dass sie mit vielen Menschen in den Hügeln waren, abseits der Ortschaften, und Jesus zugehört haben. Sie waren wohl drei Tage zusammen und der Wanderproviant bei den Menschen wurde immer weniger. Sie waren einfach hungrig. Und dann hat Jesus die vielen Menschen satt gemacht." "Wie er das wohl gemacht hat?", fragte sich Simon halblaut. "Genau das würde ich auch gerne wissen?", meinte Esther. "Wir müssen uns umhören, vielleicht finden wir ja was heraus." Beide nahmen sich fest vor, morgen unbedingt sich umzuhören. Beide waren ein bisschen aufgeregt. Sie waren ja schon lange nicht mehr als Jesus-Detektive unterwegs gewesen.
Gleich am nächsten Morgen bot sich Esther freiwillig an, Wasser zu holen. Sie machte es wie immer, wenn sie zuhören wollte. Sie ließ die anderen Mädchen und Frauen einfach vor. So konnte sie viele Gespräche mithören, aber leider nichts dazu, dass Jesus viele Menschen satt gemacht hat. Also ging sie wieder heim. Die Mutter würde sich sicherlich schon fragen, wo sie so lange geblieben ist.
Simon war auch unterwegs. Er war beim Töpfer, spielte mit Tonresten, formte Figürchen und lauschte, was die Menschen so alles besprachen. Da war ein Mann dabei, der erzählte auch von Jesus, den Hügeln und vielen Menschen. Er erzählte, wie sein Proviant immer weniger wurde und sein Hunger immer größer. Und dann sagte er: "Dann hat uns Jesus satt gemacht. Ich bin ihm so dankbar dafür. Ich weiß nicht, ob ich noch stark genug gewesen wäre, zurück in mein Dorf zu laufen."
Simon strahlte, da würde Esther staunen. Er hatte was zu dieser Geschichte gehört. Fröhlich sprang er heim. Esther war da. Sie half, die Dachterrasse sauberzumachen. Er rief von unten nach oben: "Esther, beeile dich, ich habe Neuigkeiten." Und Esther rief zurück: "Gleich, ich bin fast fertig."
Dann setzten sie sich nebeneinander in den Schatten der Hausmauer und Simon erzählte alles ganz genau. Besonders beeindruckt hatte ihn, dass der Mann nicht wusste, ob er stark genug war, wieder in sein Dorf zurückzukommen.
Esther dachte nach und sagte: "Aber das Wichtigste, wie Jesus das gemacht hat, das wissen wir noch immer nicht. Wir werden uns weiter umhören müssen."
"Klar!", sagte Simon. "Da wissen wir jetzt ja schon, was wir morgen vorhaben", und grinste.
Genauso war es. Simon war zeitig auf dem Weg zum Töpfer, doch dann spielte er noch eine Runde Verstecken mit anderen Jungs aus dem Dorf. Nach einiger Zeit fiel ihm wieder ein, dass er doch heute ein Jesus-Detektiv war und er verabschiedete sich von den anderen und bezog seinen Lauschposten beim Töpfer. Da ging gerade eine Frau weg, die sagte: "Also dieser Jesus, was der alles kann. Er hat so viele Menschen satt gemacht. Ich bin ihm sehr dankbar dafür." "Mist!", dachte Simon: "Zu spät. Wäre ich mal bloß eher gekommen." Er ärgerte sich eine Kleinigkeit über sich, doch dann fing er an, mit den Tonresten Männchen zu kneten, das machte ihm Freude und er vergaß seinen Ärger über sich.
Esther hatte mehr Glück. Sie war mit der Mutter und der Oma zum Wäschewaschen an den Fluss gegangen. Da hatten sich Frauen unterhalten, die mit in den Hügeln bei Jesus waren. Sie erzählten begeistert den anderen Frauen von ihrem Erlebnis. Esther suchte die Nähe zu diesem Gespräch, aufmerksam hörte sie zu. Ja, jetzt verstand sie, wie Jesus das mit dem Sattmachen gemacht hatte. Sie freute sich schon, Simon davon zu erzählen.
Zurück an der Hauswand im Schatten trafen sich Simon und Esther. Simon erzählte von seiner verpassten Chance und Esther erzählte von dem, was sie am Waschplatz gehört hatte. Sie setzte sich bequem hin und begann: "Jesus sprach mit seinen Freundinnen und Freunden. Er hatte Mitleid mit den vielen Menschen, die nun fast nichts mehr zu essen hatten und einen weiten Fußweg in ihre Dörfer. Er fragte seine Freunde und Freundinnen, ob sie etwas zu Essen besorgen könnten. Doch das ging nicht, sie waren zu weit weg von einem Ort. Also sagte er zu ihnen: 'Was habt ihr noch in eueren Taschen?' Sie schauten nach und fanden sieben Brote. Dann hat Jesus die Brote genommen und ein Dankgebet an Gott gerichtet. Er brach die Brote in Stücke und seine Freundinnen und Freunde mussten die Brotstücke an die vielen Menschen verteilen. Auch fanden sie noch ein paar kleine, getrocknete Fische. Wieder sprach Jesus das Dankgebet und ließ die Fische ebenfalls verteilen. Die Menschen aßen und wurden satt. So gestärkt schickte Jesus die Menschen heim." Simon hatte aufmerksam zugehört. "Das mit dem Dankgebet macht ja der Vater auch immer", bemerkte er.
Eigentlich wollte Simon und Esther den Eltern und der Oma von der Jesusgeschichte erzählen. Doch das Abendessen war irgendwie diesmal gar nicht geeignet.
Und im Nachhinein war es gut, dass sie gestern nicht schon von den vielen dankbaren, satten Menschen erzählt hatten. Denn Simon brachte am nächsten Tag noch zwei wichtige Neuigkeiten zu der Geschichte mit nachhause. An diesem Abend erzählten sie dann von Jesus, der die Menschen satt gemacht hatte - und dankbar. Und Simon war ganz stolz, dass er noch herausgefunden hatte, dass nach dem Essen noch sieben Körbe mit Brot eingesammelt wurden. Und, und das überstieg die Vorstellung von Simon und Esther, dass es 4000 Menschen gewesen sein sollten.
Der Vater hatte wie immer aufmerksam zugehört und sagte dann: “Ja, ein Dankgebet ist wichtig. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir satt werden. Er begann, aus seinem Lieblingspsalm zu zitieren: 'Aller Augen warten auf dich, Gott, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.' Kinder, jetzt könnt ihr das Lied von unserem Dank-Fest nochmals singen. Das passt jetzt wieder."
Also sangen die Kinder und die ganze Familie:
"Sing mit mir ein Halleluja, sing mit mir ein Dankeschön,
denn im Danken, da liegt Segen, und im Danken preis ich ihn."
Nächste Woche geht es nicht ums Essen, sondern um die Gesundheit. Die Jesus-Detektive sind wieder im Einsatz.
Mk 8,1-9
Lied: Text und Melodie Thomas Eger, 197)
12.10..2024