Einer wartet seit 38 Jahren auf Heilung. Und dann geschieht es, ganz anders.

Die Oma von Esther und Simon klagte heute Morgen über schlimme Kreuzschmerzen. Der Vater musste ihr von ihrer Schlafmatte aufhelfen, alleine hätte sie es nicht geschafft. Den ganzen Tag konnte sie nur ganz wenig arbeiten. Zum Laufen hatte sie sich einen festen Zweig als Stock zur Hilfe genommen. Damit ging es halbwegs. Abends beim Abendessen redete dann die Familie darüber, wie wichtig es ist, gesund zu sein. Das fanden alle wirklich wichtig. Sie erinnerten sich, wie es war, als sich der Vater den Fuß verletzt hatte und wochenlang nicht richtig auf dem Feld arbeiten konnte. Die Mutter erzählte, wie glücklich sie war, als Esther und Simon als gesunde Kinder geboren waren. Gesundheit ist ein Glück, sagte sie.

Beim nächsten Abendessen erzählte Simon, dass er beim Töpfer eine seltsame Geschichte gehört hatte. Er fing an zu erzählen: "In Jerusalem gibt es einen Teich und daneben fünf Säulenhallen. In diesen fünf Säulenhallen liegen viele kranke Menschen. Die haben ganz unterschiedliche Krankheiten. Manche sind blind, andere gelähmt, wieder andere haben Körperteile, die zu kurz oder gekrümmt sind. Diese Kranken lagen da auf ihrem Lager und warteten darauf, dass sich das Wasser im Teich bewegt. Wer dann zuerst ins Wasser gelangte, wurde geheilt." Alle haben aufmerksam zugehört. Esther hatte sofort eine Nachfrage: "Wie soll das gehen, dass ein Blinder oder Gelähmter alleine in den Teich kommt?" Der Vater meinte bedächtig: "Die brauchen Freunde, die sie dann dahinführen." "Die brauchen überhaupt Freunde, die sie da in den Säulenhallen versorgen", überlegte die Mutter laut. "Wie oft bewegt sich denn das Wasser dort?", fragte Esther. Simon zuckte mit den Schultern: "Keine Ahnung."

Esther schaute Simon an und verkündete: "Simon, wir müssen mal wieder Detektive sein. Das interessiert mich mit dem Teich." Simon nickte. Ihn interessierte es auch.

So war am nächsten Morgen klar: Simon geht zum Töpfer und Esther zum Brunnen. Esther war heute nicht nur jemand, der den Gesprächen lauschte. Nein, sie fragte direkt die unterschiedlichsten Frauen und Mädchen: "Hast du schon mal, was von einem Teich in Jerusalem gehört? Wenn sich in dem das Wasser bewegt, können Kranke gesund werden." Esther bekam einiges erzählt und tauschte dann kurz vor dem Abendessen ihre neuen Informationen mit Simon aus. Sie saßen im Schatten an die Hausmauer gelehnt und Esther erzählte: "Der Teich heißt Betesda! Und die Menschen liegen da manchmal Jahre lang und warten. Immer mal wieder wird ein Mensch geheilt. Aber nicht viele."

Simon nickte: "Du, ich habe gehört, Jesus war auch bei dem Teich. Er soll einen Kranken gesundgemacht haben, erzählen die Menschen."

Da ist Esther platt: "Jesus am Teich Betesda? Und ein Mensch ist gesund geworden? Da sind wir ja schon wieder Jesus-Detektive!", freute sie sich. "Simon, wir erzählen unsere Neuigkeiten erst, wenn wir alles noch genauer wissen", schlug sie vor. Simon nickte. 

Also wurde beim Abendessen über andere Dinge geredet. Es ging um die Kreuzschmerzen von Oma und dass die warmen Olivenölumschläge guttun.

Simon und Esther mussten sich einige Tage gedulden, doch dann hatten sie alle Informationen zu der Geschichte, als Jesus am Teich Betesda war.

Heute beim Abendessen erzählten sie dann die ganze Geschichte. Esther fing an. "Neulich hat uns doch Simon vom Teich in Jerusalem mit den fünf Säulenhallen erzählt. Da, wo die vielen Kranken darauf warten, dass sich das Wasser im Teich bewegt und sie hoffen dann rechtzeitig im Wasser zu sein, um geheilt zu werden."

Simon fuhr fort: "Der Teich heißt Betesda. Und Jesus kam dort vorbei. Schnell erkannte er, dass hier viele Kranke schon lange krank waren. Er ging auf einen Menschen zu, der hat schon 38 Jahre dort gelegen, und sagte zu ihm: 'Willst du gesund werden?'"

Esther mischte sich ein: "Was für eine Frage? Klar wollte er gesund werden, deshalb war er ja da. Und der Mann erklärte umständlich, dass er keinen hatte, der ihn schnell ins Wasser bringen würde, wenn sich das Wasser bewegt. Und bis er dann selbst dahin gekrochen war, war der Zauber schon wieder vorbei."

"Ja", sagte Simon: "Und dann sagte Jesus: 'Steh auf, nimm deine Matte und geh!' Und im selben Augenblick war der Mann gesund." Und Esther machte die Geschichte fertig: "Er stand auf und nahm seine Matte und ging. Seitdem erzählt seine Geschichte überall. Er ist so froh, gesund zu sein, nach dieser langen Krankheit. Er ist Gott sehr, sehr dankbar."

"Das kann er aber auch sein", sagt die Oma. "Ich bin ja jetzt nur ein paar Tage mit meinen Kreuzschmerzen beschäftigt und es wird auch jeden Tag ein bisschen besser. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte meine Kreuzschmerzen seit 38 Jahren. Nein, dieser Mann muss Gott von Herzen dankbar sein. Bin ich es ja schon über meine kleinen Fortschritte. Heute war ich schon ohne den Stock im Haus unterwegs."

Die Mutter lächelte der Oma zu: "Ja, ich habe schon gesehen, dass du wieder sicherer auf deinen Beinen stehst." Kinder, lasst uns nochmals euer Lied singen."

Das machten sie dann:

         "Sing mit mir ein Halleluja, sing mit mir ein Dankeschön,

         denn im Danken, da liegt Segen, und im Danken preis ich ihn."

Als Esther einschlief, hatte sie immer noch das kleine Lied im Kopf. Es gibt so vieles, wofür wir dankbar sein können, dachte sie.

Nächste Woche finden die Jesus-Detektive eine Geschichte, bei der es um Freunde geht

 Lied: Text und Melodie: Thomas Eger, 1973

 Joh 5,1-9

19.10.2024

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Gute Freunde können das Leben verändern.

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Die Jesus-Detektive: wie es kam, dass alle satt wurden.