Psalm 18: Gott kann man alles erzählen
Du kennst mich ja schon. Mein Mann ist Fischer am See Genezareth und wir sind mit Petrus und Andreas befreundet, die nun mit Jesus durchs Land ziehen. Manchmal kommen Petrus und Andreas hier her und erzählen uns Geschichten von Jesus. Sehr verschiedene Geschichten. Ich höre mir diese Geschichten gerne an und mache mir so meine Gedanken dazu.
Heute habe ich viel Zeit, mir Gedanken zu machen. Mein Mann hat unsere Kinder mit auf den See genommen. Sie lieben es, mit ihrem Vater im Boot unterwegs zu sein. Meistens kommen sie sehr hungrig und sehr müde zurück. Doch bis dahin ist sicherlich noch einige Zeit. Für das Abendessen habe ich schon gesorgt. Das frische Wasser vom Brunnen ist geholt. Fladenbrot ist gebacken, Oliven und Käse sind vorbereitet und auch ein wenig Grünzeug zum Essen liegt bereit. Damit werde ich sie sattbekommen und dann werden sie gleich einschlafen.
Doch jetzt habe ich Zeit für mich. Ich sitze im Schatten unter einem Olivenbaum und freue mich an der Ruhe. Das habe ich ganz selten.
Du weißt ja, der Psalm 18 ist mein Lieblingspsalm, der mir durch den Kopf geht.
Ich will dich erheben, Gott, meine Stärke, mein Fels, meine Burg, mein Retter, Schutz mir und Zuflucht!
So fängt er an. Ja, ich glaube, dass Gott an meiner Seite ist, dass er stark ist und meine Rettung ist. Oft habe ich schon diese Erfahrung gemacht. Sei es bei meiner Angst in meinem Kopf oder wenn ich tatsächlich in Bedrängnis war. Gott ist stark, er hilft mir.
Und dann kommen die Zeilen, die mir eingefallen sind, als Petrus und Andreas von der Sturmstillung auf dem See Genezareth erzählt haben. Als Jesus zum Sturm sagte: "Sei still!" Erinnerst du dich noch?
Schrecken und Angst schlossen mich ein, als sänke ich in große Wasser. In meiner Not rief ich zu dir, da hörtest du mein Rufen. Du sahst meine Angst aus der Höhe und zogst mich aus der Flut.
Das war wirklich eine dramatische Geschichte, das Boot im Sturm. Und dann plötzlich Stille - der Sturm vorbei.
Erinnerst du dich noch an die wilde Geschichte von dem Mann mit den wilden Gedanken im Kopf? Die haben Petrus und Andreas uns auch erzählt. Wo Jesu einen Mann gesund macht, der allein in der Wildnis gelebt hat - mehr wie ein Tier gelebt hat. Da sind mir diese Verse vom Psalm 18 eingefallen.
Du führtest mich auf einen neuen Weg, du halfst mir heraus an den lichten Tag. Ja, du bist mein Licht! Du machst meine Finsternis hell! Mit dir überwinde ich Mauern, mit dir übersteige ich mein Elend.
Ich habe mich damals mit dem geheilten Mann gefreut. Er ist wieder zurück in sein Haus, zu seiner Familie gegangen. Das hat ihm sicherlich gefallen. So lange konnte er mit ihnen nicht zusammenleben. Doch nun ist sein Kopf frei von den wilden Gedanken und er lebt wieder als gesunder Mensch unter anderen Menschen.
Dann kommen weitere Verse, die mir zu der bittenden Witwe eingefallen sind.
Du gibst mir Kraft. Du ebnest meinen Weg. Du machst meine Füße leicht, den Hirschen gleich, und leitest mich über die Berge meiner Sorge.
Du erinnerst dich sicherlich noch an die Witwe, die Tag für Tag zum Richter ging, um ihn zu bitten, ihr zu ihrem Recht zu verhelfen. Dazu hatte der Richter keine Lust. Er hatte nichts davon. Doch die Witwe gab nicht auf. Irgendwann verhalf der Richter ihr zu ihrem Recht. Jesus hat die Geschichte erzählt. Er hat die Menschen damit ermutigt. Im Gebet, Gott von unserem Kummer zu erzählen. Ihn um Hilfe zu bitten.
Ich mache das auch immer so. Alles, was mir auf der Seele liegt, erzähle ich Gott. Meine kleinen Ängste, meinen großen Kummer, meine Sorge um die Zukunft. Alles erzähle ich Gott. Das hilft mir, nicht vor Angst gelähmt zu sein. Es hilft mir weiter zu denken und handlungsfähig zu bleiben.
Und dann, dann kann ich ihn immer wieder loben und ihm danken. So wie der Psalm 18 es auch tut.
Du bist der lebendige Gott, Quelle alles Lebens für mich. Du bist der Fels, auf dem ich sicher stehe. Ich will dir danken, jetzt und ewig, mit der Stimme des Lobgesangs.
Ja, manchmal singe ich dann oder wage ein kleines Tänzchen. Es ist einfach wunderbar, diesen Gott an seiner Seite zu wissen. Dafür bin ich zutiefst dankbar.
In der nächsten Woche beginne ich dir vom Propheten Elia zu erzählen.
Ps 18 i.A. (2,+3, 5+6, 7, 20, 29+30, 33+34, 37, 47, 50)
Übertragen von Jörg Zink
8.2. 2025