Ahab und Isebel und die fremden Götter. Elia und Gott.

Wir machen eine Zeitreise in das 9. Jahrhundert vor Christus, also vor unserer Zeitrechnung, 2900 bis 3000 Jahre zurück. Das Land Israel war gespalten, im Süden war Judäa, im Norden Israel. Judäa hatte Jerusalem als Hauptstadt. Israel, keine so richtige. Zunächst wohnte der König Omri in Tirza. Doch Omri suchte einen besseren Ort für sich und sein königliches Zuhause. Er fand Samaria und kaufte es einem Bauern ab. Da ließ er sich dann seinen Königshof bauen. Mit prächtigen Räumen, einer ordentlichen Küche, mit Lagermöglichkeiten und natürlich Stallungen für die Pferde und für die Streitwagen. Einen Brunnen gab es auch und man legte einen See an.

Omri hatte einen Sohn, Ahab, der war der Prinz und sollte nach Omris Tod dann König werden. Omri suchte für Ahab eine Frau. Eine schöne und bedeutende Frau. Ja, und gute Verbindungen sollte sie auch haben. Und so entstand der Plan, Omri sollte die Prinzessin Isebel aus Sidon, das im heutigen Libanon liegt, heiraten. Das erschien Omri als guter Plan. Da waren die beiden Königshäuser miteinander verwandt, und er musste keine Sorge haben, vom Libanon aus angegriffen zu werden.

Sidon war eine reiche Stadt, es gab zahlreiche Elfenbeinschnitzereien am Königshof und Gold und Glas, und die Frauen trugen alle purpurfarbenen Gewänder, denn in Sidon hatte man eine Möglichkeit gefunden, Stoffe mit dieser seltenen Farbe einzufärben. Klar, dass die Prinzessin Isebel auch nur solche Kleider trug. Die Prinzessin Isebel war noch nie in Israel, wie es da wohl war? Was trugen die Frauen für Kleider? Wie war der Königspalast eingerichtet? Schminkte man sich auch? Und, und das war eine wichtige Frage: Welche Götter betete man an?

Isebel machte sich, so gut es ging, schlau. Die Menschen in Israel beteten einen Gott an, den man nicht sehen konnte, von dem man erzählte, dass er Himmel und Erde gemacht hat, dass er sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten in die Freiheit geführt hatte und dass er immer da war. Ja, und ganz unterschiedlich zu Isebels Gottheiten gab es keine Bilder von diesem Gott.

Bei Isebel war das anders. Da gab es Götzenbilder, Statuen, die man anschauen und verehren konnte. Denen wurden kleine Tempel gebaut und Opferaltäre. Die Priester tanzen und sangen vor ihnen, es wurde getrunken und gefeiert bei den religiösen Festen.

Isebel entschied sich, wenn sie ins Nordreich zu Ahab umziehen würde, dann müssten nicht nur all ihre Kleider mit, und ihre Truhen und Schränke - alle aus feinstem Zedernholz geschnitzt und mit Elfenbein verziert. Nein, es musste auch die beiden Standbilder aus ihren Räumen mit, Gott Baal und Göttin Aschera. Und natürlich Priester, die für diese Gottheiten ausgebildet waren. Diese mussten auch mit.

Und dann begann die weite Reise. Eine richtige Karawane war das. Und mittendrin Isebel. Sie hatte sich fein herausgeputzt. Rote Lippen hatte sie sich gemalt. Schwarze Ränder um die Augenlider und ihre Augenbrauen hatte sie auch tiefschwarz nachgemalt. Dazu ihr purpurfarbenes Kleid. Neugierig schaute sie sich auf der Reise um. Schafe, Hirten, manchmal Zelte, Olivenbäume, manchmal kleine Siedlungen mit kleinen Häusern. Die Menschen, auch die Frauen, einfach gekleidet, alle eigentlich in Erdtönen, beige, braun, dunkelbraun. Oje, wie würde das für Isebel werden?

Die Menschen auf dem Weg schauten natürlich auch die Karawane an. Sahen das viele Gepäck, die Möbel und die beiden Statuen und die so anders angezogene und geschminkte Prinzessin. Oje, wie würde das zum Land Israel passen? Und was machten die vielen Priester da? Israel hat einen eigenen Gott und eigene Priester.

Isebel heiratete Ahab und richtete es sich im Palas so gut wie möglich ein. Vieles fehlte ihr. Sie war froh, dass sie Baal und Aschera dabeihatte und ihre Priester. Ahab erlaubte, dass für die beiden Götter Tempel gebaut werden durften. Baal war vor allem für den Regen zuständig und Aschera für die Fruchtbarkeit. Beides konnte man im Land Israel gut gebrauchen. Da ist es eher trocken. Und es dauerte nicht lange, und Ahab begann zu den Göttern Baal und Aschera zu beten.

Isebel tat alles, um Ahab seinen Gott, den Gott seiner Väter, wegzubringen. Er schien ihn vergessen zu haben.

Und viele andere Israeliten machten es genauso. Man konnte ja nicht wissen, wozu es gut war. Es konnte doch nicht falsch sein, bei Baal um Regen zu bitten und bei Aschera um eine gute Ernte.

Die Menschen in Israel, die in Häusern lebten und Bauern waren, aber auch die in den größeren Orten, passen sich schnell Isebel und Ahab an.

Die anderen, die Nomaden, die mit ihren Herden herumzogen und in Zelten lebten, blieben ihrem israelischen Gott treu. Sie wussten, dieser Schöpfergott, ein ist Gott, der mitgeht. Da braucht es kein Bild, keine Statue. Gott ist der: Ich bin da! So hatte er es damals Mose am brennenden Dornbusch erklärt und so ist er mit ihnen aus Ägypten nach Israel gezogen. Gott ist da! Die Nomaden regten sich über das Königshaus auf.

Doch sie waren nicht allein. Gott selbst gefiel die Sache ganz und gar nicht, und er schickte eine Nachricht an Ahab, der zwischenzeitlich König war.

Er schickte Elia, seinen Propheten. Elia war manchmal wie unsichtbar. Er tauchte einfach auf und verschwand genauso schnell wieder. Wenn er aber da war, dann war er eine auffallende Gestalt. Er trug ein Tierfell und einen Mantel darüber, der jedoch wie ein Kleid gearbeitet war, zwei Rechtecke an den Schultern zusammengenäht, und unter den Achseln auch.

Diesen Elia schickte Gott zu Ahab. Ahab kannte ihn schon von früher und erkannte ihn auch gleich wieder.

"Was willst du hier, Elia?", fragte er ihn sofort. "Gott schickt mich. So gewiss der Herr, der Gott Israels, lebt, in dessen Dienst ich stehe! Es wird in diesen Jahren weder Tau noch Regen geben - es sei denn, dass ich es, der Herr, befehle!"

Dann war er wieder weg, der Elia und Ahab stand etwas dumm herum. Doch Isebel, der er die Sache erzählte, beruhigte ihn: "Lass nur meine Priester machen, Baal ist für Regen zuständig!"

So wirklich richtig beruhigte das Ahab jedoch nicht. Er erinnerte sich daran, wie stark sein Gott in der Geschichte mit dem Volk Israel war. Er war womöglich stärker als Baal.

In den nächsten beiden Wochen erzähle ich dir, wie es Elia und dem Volk mit dem Wetter erging. Ob es wohl trocken ist oder regnet?

1 Kön 16, 23-33; 17,1

15.2. 2025

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Die Dürre ist da. Elia versteckt sich an einem Fluss. Gott versorgt ihn.

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Psalm 18: Gott kann man alles erzählen