Nele hört im Religionsunterricht eine Geschichte zu Psalm 22.
Die Religionslehrerin von Nele hat die Kinder in den Kreis gerufen. Sie will den Kindern eine Geschichte erzählen vom Psalm 22.
Alle sitzen und sind gespannt, was jetzt passiert.
Da fängt die Religionslehrerin an, zu singen und zu erzählen:
Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, höre meine Klagen, aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, höre meine Fragen.
Ich bin ein junger Mann aus dem alten Israel. Ich liebe es, Psalmen zu singen und zu dichten. Heute will ich dir von meinem Leben erzählen.
Ich ringe mit Gott, ich frage ihn: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen. Ich rufe dich an am Tag, du gibst mir keine Antwort. Ich rufe dich an in der Nacht, doch Ruhe schenkst du mir nicht.
Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, höre meine Klagen, aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, höre meine Fragen.
Das war nicht immer so. Für mich warst du der Heilig. Ich verehrte dich durch das Singen der Psalmen. Auf dich vertrauten schon meine Eltern, Großeltern und die Generationen davor. Auf dich haben sie sich alle verlassen. Sie riefen zu dir und sie wurden errettet. Sie wurden nicht enttäuscht.
Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, höre meine Klagen, aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, höre meine Fragen.
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ich werde verachtet vom Volk.
Alle, die mich sehen, lachen über mich und schütteln den Kopf. Sie geben mir gute Ratschläge: Ich soll mich doch an Gott wenden, der soll mich retten. Er soll mich aus dem Elend reißen. Er sei doch mein Freund.
Ja, so war das schon mal. Am Anfang meines Lebens, da lernte ich auf Gott zu vertrauen. Ich wusste, er ist mein Gott! Er steht an meiner Seite.
Doch jetzt, Herr, mein Gott?
Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, höre meine Klagen, aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, höre meine Fragen.
Höre mich doch. Sei mir nahe. Ich habe sonst keinen, der mir helfen könnte.
Ich fühle mich wie von Stieren umringt. Wie, wenn ein wilder Löwe mit offenem Maul vor mir steht. Ich fühle mich krank und schwach, ganz verdorrt fühle ich mich, die Zunge klebt an meinem Gaumen
Du Herr, komm und eile mir zur Hilfe. Du kannst mir helfen. Rette mich vor den wilden Tieren.
Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, höre meine Klagen, aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, höre meine Fragen.
Dann macht die Religionslehrerin eine Pause. Sie atmet laut aus und sagt zu den Kindern: "Das ist ja mal eine Geschichte, das kann man ja kaum ertragen. Was denkst du?"
Einige Kinder melden sich und sagen ihre Gedanken: "Das ist ja ganz schrecklich!" "Ist Gott wirklich so?" "Ich weiß nicht, ob ich da noch mit Gott reden würde, wenn es mir so schlecht geht?" "Das ist gemein von Gott!"
Die Religionslehrerin will wissen, warum der Mensch immer noch mit Gott redet. Gibt es da gute Gründe dafür?
"Gott ist Gott.", sagt ein Kind. "Wenn soll man denn sonst um Hilfe bitten?", sagt ein anderes. "Vielleicht braucht Gott eine Weile, bis er helfen kann?"
"Soll ich euch weitererzählen?", fragt die Religionslehrerin.
Die Kinder nicken und es wird ruhig.
Halleluja, Hallelu-, Halleluja, Halleluja, Halleluja. Halleluja, Hallelu-, Halleluja, Halleluja, Halleluja
Da schauen die Kinder aber und die Religionslehrerin erzählt weiter.
Gott, du hast mein Gebet erhört.
Allen will ich von dir erzählen. Alle sollen dir die Ehre geben. Du hast deine Augen nicht vor meinem Elende verschlossen. Du hast dich nicht gescheut, mir zu helfen. Als ich um Hilfe schrie, hast du mich gehört. Alle sollen es wissen, du bist ein Gott, der die Ängstlichen und Kraftlosen hört. Alle sollen sich vor dir verneigen, alle die jetzt leben und alle die noch kommen werden. Alle sollen es wissen: er, unser Gott, hat es getan. Er hat mich errettet.
Halleluja, Hallelu-, Halleluja, Halleluja, Halleluja. Halleluja, Hallelu-, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
"Kommt Kinder, lasst uns gemeinsam das Lied singen und ein wenig dazu tanzen", sagt die Religionslehrerin.
Halleluja, Hallelu-, Halleluja, Halleluja, Halleluja. Halleluja, Hallelu-, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Als dann alle wieder an ihrem Platz sitzen, sollen sie mit Farben die Geschichte des Psalms 22 malen. Dunkle Farben für den Anfang. Helle Farben für die guten Erinnerungen an Gott. Und leuchtende, warme Farben für das Ende der Geschichte. Zu den dunklen Farben schreiben sie die Liedstrophe vom Anfang. Und in die warmen Farben, dick und fett: Halleluja. Oder wer es Deutsch schreiben wollte: Lobet den Herrn.
Nächste Woche erzähle ich dir eine Geschichte, die du wahrscheinlich schon kennst. Es geht um einen Vater und um seine zwei - sehr unterschiedlichen - Söhne. Aber wirklich gute Geschichten kann man immer wieder hören.
Psalm 22
Aus der Tiefe,… aus: Gottes Lob 283, Bayrisches Evangelisches Gesangbuch 629
Halleluja… aus: Evangelisches Gesangbuch 182
14.9.2024